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25. Juni 2012

Veränderungsgewöhnung

Seit unserer Kindheit werden wir immer wieder mit kleinen und großen Veränderungen konfrontiert, die uns erst einmal ganz fremd erscheinen, uns das Gefühl geben, den gemütlichen Gewohnheitsbereich unseres Lebens zu verlassen und die Adrenalinproduktion ein wenig anheben.

Auch wenn wir uns wahrscheinlich kaum daran erinnern, so müssen die ersten Tage im Kindergarten ganz schön aufregend gewesen sein. Ein fremder Ort und fremde Menschen, sowohl große als auch kleine, dafür aber nicht die beiden großen, die wir seit der Geburt um uns hatten. 
Aber bald kannten wir auf wundersame Weise den Weg zu diesem Ort und auch die Menschen, als wären sie nie fremd gewesen.

Dann kam die Schule. Eine Tüte voller Süßigkeiten in der einen Hand, die beste Kindergarten-Freundin an der anderen und noch mehr Menschen, die einen noch erwartungsvoller anschauten.
Das Ausmalen von Bildchen als erste Hausaufgabe war zwar ungewohnt, aber dennoch freute ich mich damals über die nette Nachmittagsbeschäftigung und ahnte nicht, dass ich mich in den folgenden knapp 13 Jahren an Berge von Hausaufgaben gewöhnen würde (oder müsste?).
Es folgten Schulwechsel, Lehrerwechsel, Klassenzimmerwechsel, Fächerwechsel, Mitschülerwechsel und alles war eine Zeit lang neu und dann doch wieder ganz normal und so selbstverständlich wie Zähneputzen.

Als die Schule beendet war und das Studium auf mich zukam, erlebte ich diese Welle von Veränderungen und Gewöhnung zum ersten Mal wirklich bewusst und mit Freude. Denn ich freute mich darauf, erstmal völlig plan- und ahnungslos durch meine neue, kleine Welt zu laufen und irgendwann zu spüren, wie mein Kopf ganz unbewusst diese unbekannten Dinge nach und nach speichert.

Erwischte ich mich anfangs dabei, wie ich mehrmals auf den Fahrplan schaute, um die Bahn nicht zu verpassen und mich mehrmals vergewisserte, dass ich in der richtigen saß, so erkannte ich nach kurzer Zeit die Bahnen schon von weitem und hatte irgendwann sogar herausgefunden, zu welchen Uhrzeiten am wenigsten los ist und, wo man am wahrscheinlichsten einen freien Platz findet (solche Dinge auszukundschaften ist ein kleines Faible von mir :)).

Ähnlich erging es mir an der Uni: Um mich auf dem Gelände nicht zu verlaufen und nicht versehentlich in einer Vorlesung für Mediziner über Leichen zu landen, habe ich mir jeden Morgen noch einmal eindringlich Gebäude- und Raumnummer eingeprägt oder schloss mich in Gebäuden unauffällig Gruppen an, die so wirkten, als seien sie auch gerade auf der Suche nach einem Raum...
Und ja, ihr könnt euch denken, dass es mir inzwischen nicht mehr schwer fällt, das richtige Gebäude zu betreten :)

Und dann gab es natürlich noch die Kommilitonen/innen. 500 Menschen saßen in den ersten beiden Semestern in den Vorlesungen, also ganz schön viele Fremde auf einmal, viel mehr als im Kindergarten oder in der Schule – in diesem riesigen Hörsaal fühlte man sich aber fast wieder wie ein kleines Kindergartenkind!
Und doch war auch das nach einer Weile etwas völlig Normales. Und obwohl ich anfangs niemanden kannte, wurde das Mädchen, das mich am ersten Tag fünf Minuten nach meiner Ankunft im Mathe-Gebäude ansprach, schon nach kurzer Zeit zu einer sehr lieben Freundin, ganz ohne dass mir aufgefallen wäre, wann und wie das geschah.


Das folgende Foto erinnert mich immer wieder an die spannende Anfangszeit in der neuen Stadt, denn ich hatte es einen Tag, nachdem ich dort hingezogen war und mich auf den Weg begeben hatte, um die fremde Stadt zu erkunden, gemacht.

 
Kennt ihr dieses Gefühl oder fragt ihr euch eher, wovon ich hier wohl gerade rede? :D



P.S.: Danke, dass ihr schon sagenhafte 70 + 14 Leser seid!! :)

15. Juni 2012

Fehlerhafter Fotoversuch


Es ist wohl nicht zu übersehen, dass ich gerne Wolkenfotos mache (ich mag diese einzigartigen Konstellationen am Himmel einfach sehr gerne) und das am liebsten während Autofahrten auf der Autobahn (natürlich als Beifahrer, nur damit keine Missverständnisse entstehen :D), denn als Stadtkind hat man selten so eine weite Aussicht.
Nun habe ich diese Woche zum ersten Mal den Versuch gewagt, aus dem Zug heraus zu fotografieren. Das Motiv war schön – aber was soll ich sagen, es ist leider gründlich schief gegangen!


Fehler 1: Ein Stück des Zugfensters hat es mit aufs Foto geschafft.
Notiz an mich: Die Chance für eine gutes Foto wächst proportional zu der Größe der Fläche eines Fensters ohne schwarze Balken als Unterbrechungen.
(Es handelt sich hierbei übrigens um ein kleines Kippfenster, mit dem einige Fenster ausgestattet sind – gut für den Sommer, lässt sich allerdings nur mit einem speziellen Schraubenzieher öffnen und bleibt deshalb trotzdem immer zu :D Jaja, die Bahn...)

Fehler 2: Eine Spiegelung der Innenbeleuchtung ist auf dem Foto zu sehen.
Notiz an mich: Herausfinden, wie man am späten Abend fotografieren könnte, ohne dass im Zug schon Licht brennt. Alternativ: Lichtschalter finden.

Fehler 3: Das Foto ist ein wenig schief.
Notiz an mich: Nicht versuchen, vom Gangplatz aus durch das Fenster zu fotografieren ohne dabei das Display der Kamera zu sehen. Alternativ: Zug anhalten, um Zeit für mehrere Versuche zu haben.


Aber ich werde nicht aufgeben und weiterhin mein Glück versuchen :)